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Allvest|08.06.2022

„Eine herausfordernde Zeit, durch die wir gut durchgekommen sind“

Ein Interview mit Andreas de Maria Campos, Multi-Asset-Manager bei Allianz Global Investors und Manager der Aktiven Anlagestrategie von Allvest, über aktives Anlagemanagement in bewegten Zeiten und warum Allvest für ihn ein cooles Produkt ist.

Andreas De Maria Campos, seit neun Jahren sind Sie bei den Allianz Global Investors, seit Ende 2020 managen Sie die aktive Anlagestrategie der Allvest. Wenn wir jetzt auf diese letzten 1 ½ Jahre zurückschauen, was ist Ihnen besonders in Erinnerung?

Ja, in der Tat eine sehr aufregende Zeit. Sie hat noch die Corona-Pandemie in sich, aktuell die höchsten Inflationszahlen seit vielen Dekaden, die russische Invasion in die Ukraine mit vielen Implikationen für Menschen und menschlichem Leid. Aber für uns ist hier natürlich die Perspektive der Kapitalmärkte entscheidend und auch da sind es natürlich alles Ereignisse mit enormen Auswirkungen. So gesehen war es eine sehr herausfordernde Zeit, von der ich glaube, dass wir aber auch sehr gut durchgekommen sind, um jetzt ein kleines Fazit zu ziehen.

Für mich persönlich ist Allvest natürlich auch einfach ein cooles Produkt - digital wirklich ein Vorreiter in der Art und Weise, wie der Markt angesprochen wird. Und auch vom Produkt her: Der Sicherheitsbaustein auf der einen Seite gibt dem Kunden schon viel Diversifikation und Sicherheit, und erlaubt uns im Renditebaustein auch wirklich aus dem Vollen zu schöpfen und flexibel und aktiv zu sein.

Schauen wir noch einmal genauer auf das Jahr 2022. Ein Jahr, das natürlich für Kapitalanleger ein sehr unruhiges Jahr gewesen ist, sehr volatil. Der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine, das makroökonomische Umfeld, das Zinsumfeld, die Entscheidungen der Zentralbanken, die Inflation, alles hat Auswirkungen gehabt auf das Marktgeschehen. Was haben Sie vom Management der aktiven Strategie in den ersten Monaten dieses Jahres getan, um auf diese Entwicklungen zu reagieren?

Eigentlich sind wir relativ hoffnungsfroh mit einer Aktienquote von knapp 95 Prozent ins Jahr gestartet. Mitte/Ende Februar haben wir dann kurz vor dem Einmarsch basierend auf der gesamten Gemengelage eine Reduktion vorgenommen: eine knapp 10 Prozent tiefere Aktienquote, die Rohstoffquote verdoppelt. Beides waren Schritte, die sich vom Timing als glücklich erwiesen haben. Aktuell haben wir sogar die recht seltene Situation, dass wir im Portfolio etwas Kasse vorhalten, eben weil wir sowohl auf Aktien- als auch auf Rentenseite ein bisschen vorsichtiger geworden sind. Dies waren die größeren Bewegungen, die wir im Portfolio dargestellt hatten. Auch ein wichtiger Move war, dass wir innerhalb der Aktien von zinssensitiv zu weniger zinssensitiv gewechselt sind. Wenn wir uns nun anschauen, was das gebracht hat, und auf das Big-Picture zurückblicken, sind wir mit einer positiven Performance von rund 20 Prozent seit der Auflage eigentlich sehr zufrieden.

Seit Auflage heißt seit Anfang 2020, also nun gut zwei Jahre?

Exakt. In diesen plus 20 Prozent ist bereits eingerechnet, dass wir dieses Jahr leider sechs, sieben Prozent verloren haben. So sind wir am Ende dann auch auf die plus 20 Prozent gekommen.

Über diese Minderung freuen wir uns natürlich nicht, aber betrachten wir die Alternativen und Märkte: In Europa sind Dax und EuroStoxx beide bis jetzt bei minus 14 Prozent ausgelaufen, in den USA der S&P 500 in der Lokalwährung ebenfalls. Als Euroanleger hätte man von dem starken Dollar profitiert und wäre mit minus sechs oder sieben Prozent ähnlich wie Allvest Active Invest gelaufen. Ich glaube, sowohl im langen Rückblick seit Auflage als auch in diesem sehr turbulenten Jahr, das wir bisher gesehen haben, eine Leistung, mit der wir ganz zufrieden sind.

Andreas de Maria Campos

Portfoliomanager Allianz Global Investors, Multi-Asset-Europe

"Der Sicherheitsbaustein gibt dem Kunden viel Diversifikation und Sicherheit und erlaubt uns, im Renditebaustein aus dem Vollen zu schöpfen."

Eine Entscheidung, die Aktienquote zu reduzieren wie kurz vor der Invasion Ende Februar, fällt ja nicht zufällig vom Himmel. Könnten Sie einmal skizzieren, wie Sie zu solchen Entscheidungen kommen? Diskutieren Sie mit ihrem Team, gibt es feste Prozesse?

Wir haben natürlich ein ganz tolles und ganz großes Team im Rücken. Bei Allianz Global Investors sind wir auf der einen Seite im Investment insgesamt 700 bis 800 Profis, die sich Tag und Nacht damit beschäftigen. Im Multi Asset Bereich, in dem auch ich tätig bin, sind wir etwa 80 Kolleginnen und Kollegen und wir arbeiten natürlich sehr eng mit den anderen zusammen.

Die Strategie, die wir bei Allvest einsetzen, nutzen wir auch in sehr vielen anderen Fonds in sehr ähnlicher Form. Der Gedanke ist zu versuchen, das Beste aus zwei Welten zu vereinen, quasi Mensch und Maschine zusammen zu bringen. Beide Anlageprozesse haben ihre Vorteile. Der Mensch hat mehr Intuition, kann die Nachrichten lesen, kann die Nuancen aus Daten und wie sie sich verändern herauslesen, ist auf der anderen Seite aber natürlich auch anfälliger für den einen oder anderen Bias. Es ist nur menschlich, dass man sich mal von Emotionen leiten lässt, und es ist nicht immer richtig. Der Computer auf der anderen Seite macht genau das Gegenteil. Dem fehlt vielleicht das Gespür für die gleichen Nuancen oder für bestimmte Wendepunkte, die man vielleicht eher als Mensch wahrnehmen kann, ist aber auf der anderen Seite in der Lage, ganz kalt und emotionslos Daten auszurechnen. Wir führen diese zwei Prozesse zusammen und nutzen dies bei Allvest, um sozusagen das Beste aus beiden Welten zu vereinen und so unser Portfolio aufzustellen.

Das heißt, Sie arbeiten auf der einen Seite algorithmusgesteuert, aber vernachlässigen nicht die Diskussion in ihrem Team und auch so etwas wie Bauchgefühl. Diese beiden Ansätze vereinen Sie.

Genau, beides hat seine Vorteile, beides hat auch gewisse Nachteile. Ich denke, durch die Kombination können wir die Vorteile maximieren. Die Nachteile können wir wahrscheinlich nie zu 100 Prozent loswerden, logisch, denn am Ende ist jeder noch ein Mensch. Aber man kann diese reduzieren und so möglichst gute, verlässliche Entscheidungen treffen.

Wie groß können wir uns ihr Team vorstellen, mit wie vielen Menschen sind Sie da in Diskussionen?

Am Ende ist es tatsächlich in irgendeiner Art und Weise die gesamte Investmentplattform mit allen 700 bis 800 Experten. Im Kern steht natürlich das Multi-Asset Team, ein schlagkräftiges Team, das in Summe etwa 150 Milliarden Euro managed und damit eines der größten Multi-Asset Teams ist. Wir nutzen natürlich auch die Expertise unserer Ökonomen und unserer Strategen, der Bereiche Aktien und Renten. Kurz gesagt: die Expertise aller Plattformteile.

Man kann also sagen, dass die Kunden von Allvest bei der aktiven Strategie von der Expertise des gesamten Asset-Managements der Allianz Global Investors profitieren.

Absolut, unser Anspruch ist das „Best of Allianz Global Investors“ anzubieten. Alle Möglichkeiten, die unsere Plattformen bietet, sollen sich auch in diesem Produkt widerspiegeln.

Kommen wir noch einmal kurz auf die Schritte zurück, die Sie bislang im Jahr 2022 unternommen haben. Welche Argumente spielten die wichtigste Rolle bei den Anpassungen im Portfolio der Allvest Active Invest?

Zum einen war es der Computer, der uns mit seinen Algorithmen signalisierte, dass Rohstoffe attraktiver und Aktien etwas weniger attraktiv werden.

Interessanterweise konnten wir aus fundamentaler Sicht, menschlich gesehen, mit unserem Research sehr gute Gründe dafür sehen, weswegen das so sein könnte. Wir sehen die Inflation auf Rekordständen, getrieben durch Rohstoffe, und das spricht für Rohstoffe.

Auf der anderen Seite führt die hohe Inflation dazu, dass die Zentralbanken ihre Zinsen erhöhen müssen, was sich auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Deswegen können die extrem hohen Margen und Gewinne, welche die Unternehmen aktuell erzielen, vielleicht nicht genau so in die Zukunft fortgeschrieben werden.

Das sind natürlich auch wichtige Faktoren, wenn man in die Zukunft schaut. Die natürliche Abschlussfrage ist also, wie schätzen Sie die mittelfristige Entwicklung ein? Und was gedenken Sie dann als Verwalter der Gelder unserer Kunden zu tun?

Wir glauben aktuell, dass sich die positiven Trends, die wir letztes Jahr gesehen haben, etwas abgeschwächt haben, und wir sehen das eben auch in der Makroökonomik.

Die Konjunktur kühlt ab, entsprechend werden wir auch etwas vorsichtiger. Wir sehen jetzt noch keine Rezession, die in diesem Jahr heraufziehen würde, aber natürlich führt weniger hohes Wachstum zu weniger hohen Gewinnen auf Unternehmensseite. Das lässt uns dort etwas vorsichtiger werden. Nichtsdestotrotz ist es natürlich unsere Aufgabe, in jedem Umfeld Chancen, die wir trotz allem noch finden können, aufzuspüren und in unser Portfolio zu bringen.

Aktiv zu bleiben ….

… aktiv zu bleiben, Chancen zu nutzen und entsprechend im Vergleich zu einem passiven Investment eine Überrendite zu generieren. Und wenn wir jetzt Rücksätze am Aktienmarkt und am Rentenmarkt gesehen haben, können das natürlich auch wieder gute Einstiegschancen sein. Insbesondere, wenn man wie bei Allvest einen Investmenthorizont von zehn, zwölf Jahren oder sogar noch deutlich länger hat, können das alles auch extrem gute Chancen sein.

Transkript eines Interviews mit Andreas de Maria Campos im Mai in Frankfurt. Das Video können Sie auf unserem Youtube-Kanal ansehen.

Mehr zur Performance der aktiven bzw. passiven Anlagestrategie der Allvest im Jahr 2021 erfahren Sie hier.

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