
Allvest | 27.08.2026
Schwellenländer im Fokus: Allvest Anlagestrategien im ersten Halbjahr 2026
Die Kapitalmärkte haben das erste Halbjahr trotz eines sehr unruhigen Umfeldes insgesamt positiv abgeschlossen. Erfreulich war die Entwicklung der Allvest Anlagestrategien mit einem Plus von jeweils 14 % und niedriger Volatilität. Anleger sollten weiter auf breit diversifizierte Portfolios und systematische Investmentprozesse setzen.
Kundinnen und Kunden von Allvest haben die Wahl: Der Renditebaustein ihres Kapitals wird entweder in eine aktive oder in eine passive Anlagestrategie investiert. Im ersten Halbjahr 2026 hätte sich ein Investment in beide Strategien gleichermaßen gelohnt. In einem sehr unruhigen politischen und wirtschaftlichen Umfeld, das maßgeblich von der kriegerischen Eskalation des Iran-Konflikts geprägt war, lagen sowohl die passive als auch die aktive Anlagestrategie mit einem Wertzuwachs von jeweils gut 14 % nach Kosten deutlich im Plus, und übertrafen damit DAX, S&P 500 oder MSCI World. Zugleich fielen die Schwankungen der beiden Anlagestrategien mit einer Volatilität von 16,0 % bzw. 17,2 % (auf Jahresbasis) geringer aus als bei vielen wichtigen Aktienindizes.
Weitergehende Erläuterungen und Kommentare der beiden Strategiemanager Sebastian Lukas und Dr. Andreas Ott finden Sie im Videobereich unseres Magazins.
Weitere Informationen zu den beiden Anlagestrategien und deren Zusammensetzung sowie Kommentare der Fondsmanager finden sich auf der Allvest Website. Den tagesaktuellen Wert ihres Allvest Investments können Kundinnen und Kunden jederzeit in ihrem persönlichen Cockpit einsehen.
Rotation, Konflikte und KI – viel Bewegung auf den Märkten
Die Erwartungen vieler Experten für das Kapitalmarktjahr 2026 waren zu Jahresbeginn eher gedämpft. Angesichts zahlreicher geopolitischer und makroökonomischer Risiken sowie teilweise bereits hoch bewerteter Märkte zeigten sich viele Beobachter skeptisch, ob sich der gute Lauf des Vorjahres fortsetzen würde. Die Situation erfordere zumindest erhöhte Wachsamkeit, urteilten die Experten der Allianz Global Investors.
Zieht man Bilanz, so verlief das erste Halbjahr an den Aktienmärkten teilweise turbulent:
Rotation war zu Beginn des Jahres das Thema, das die Märkte bewegte. Die zuvor so starken US-Aktien entwickelten sich deutlich schwächer als Aktien aus Japan, den Schwellenländern und Europa.
Vollständig gedreht hat sich dieses Bild Ende Februar mit der Verschärfung des Iran-Konflikts. US-Aktien verloren weniger stark als andere Regionen, und auch der US-Dollar war wieder als „Safe Haven“ und als Leitwährung auf den globalen Ölmärkten gefragt.
Gegen Ende des Halbjahres kehrten die Themen Künstliche Intelligenz und Technologie zurück. Der Börsengang von SpaceX wurde zum größten IPO aller Zeiten, die KI-Modelle von OpenAI und von Anthropic sorgten weiter für Gesprächsstoff und neue, leistungsfähigere LL-Modelle kamen auf den Markt oder wurden angekündigt. Sogenannte „AI Scare Trades“ machten mehrfach die Runde: Unternehmen, deren Geschäftsmodell durch KI in Frage gestellt wird – etwa Softwareunternehmen – büßten teilweise heftig an Wert ein.
Abb. 1: Entwicklung ausgewählter Aktienindizes im ersten Halbjahr 2026 (in Euro)

Diese Phasen lassen sich an der Wertentwicklung der wichtigsten globalen Aktienindizes ablesen. Die Rotation weg vom US-Markt ist an der relativen Schwäche des S&P 500 bis Ende Februar ebenso gut erkennbar wie die Belastung der Märkte durch die Verschärfung des Iran-Konflikts und das Wiedererstarken auf breiter Front im zweiten Quartal. Ungewohnt weit auseinander lag im ersten Halbjahr die Wertentwicklung der einzelnen Indizes. Sie reichte von rund 2 % (DAX) bis zu 19 % bzw. 27 % (MSCI Japan bzw. Emerging Markets).
Tab. 1: Wertentwicklung und Volatilität ausgewählter Aktien- und Anleiheindizes im ersten Halbjahr 2026 (in Euro)
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Quelle: BNY Mellon, eigene Berechnungen. Wertentwicklung in Euro und inkl. Dividenden bzw. Zinskupons. Volatilitäten annualisiert und auf Basis von Tageskursen. Wertentwicklungen der Vergangenheit erlauben keine Prognose für die Zukunft.
Die Volatilität lag tendenziell etwas niedriger als in den Jahren zuvor. Angesichts der teilweise starken Ausschläge bei Einzelwerten mag das überraschen, beschreibt aber ein Merkmal der Aktienmärkte im ersten Halbjahr: Die starken, teilweise aber entgegengesetzten Bewegungen von Tech- und anderen Werten kompensierten sich und hatten so in ihrer Gesamtheit nur eine gedämpfte Wirkung auf die Volatilität des jeweiligen Index.
Anleihen
Bei den Anleihen zeigte das erste Halbjahr 2026 ein uneinheitliches Bild. Einem schwierigen ersten folgte eine Erholung im zweiten Quartal. Über den gesamten Zeitraum zeigte sich an den Anleihemärkten eine erhöhte Volatilität bei stabilen bis leicht steigenden Renditen. So legte der Bloomberg Euro Aggregate Bond Index (1-10 Jahre) um 1,0 % zu.
Als Haupttreiber der Entwicklung sind festzuhalten:
Geopolitische Risiken und Energiepreise: Der Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar verursachte einen Schock an den Energiemärkten. Der Ölpreis stieg Anfang April in der Spitze auf einen Höchstwert von über 125 US-Dollar pro Barrel, sank danach deutlich, bleibt aber bis heute sehr volatil. Dies schürte weltweit neue Inflationsängste.
Zinserwartungen: Im Zuge dessen drehten sich die Zinserwartungen. Statt der ursprünglich erwarteten schnelleren Zinssenkungen preisten die Märkte im Laufe des Halbjahres ein Szenario ein, in dem die Leitzinsen der großen Notenbanken (Fed, EZB) länger auf einem hohen Niveau verharrten.
Fiskalische Faktoren: Schließlich sorgten in vielen Ländern massive öffentliche Investitionen in die strategische Infrastruktur und der damit verbundene hohe Kreditbedarf der öffentlichen Hand für wachsende Neuemissionen, was die Tendenz steigender Zinsen zusätzlich unterstützte.
Vor diesem Hintergrund stieg die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bis Ende Juni auf rund 4,4 %. Deutsche Staatsanleihen zeigten sich über das erste Halbjahr hinweg stabil und lagen Ende Juni mit rund 2,9 % etwa auf dem Niveau zu Jahresbeginn.
Allvest Active Invest – hohe Aktienquote und aktive Titelselektion
Als global investiertes Portfolio hat die aktive Anlagestrategie („Allvest Active Invest“) in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 einen Wertzuwachs von 14,3 % nach Kosten erzielt. Damit übertraf Active Invest den globalen Leitindex MSCI World (+ 12,9 %), wobei der MSCI World als reiner Aktienindex keine Benchmark-Funktion für die Multi-Asset-Strategie Active Invest hat. Die Volatilität (auf Jahresbasis) lag im ersten Halbjahr bei 17,1 %.
Aktienquote durchgehend hoch, aktive Portfoliosteuerung
Das Fondsmanagement ist mit einer konstruktiven Haltung gegenüber Aktien in das neue Jahr gestartet und hatte im weiteren Verlauf die hohe Aktienquote im Zuge des Iran-Konflikts reduziert. Mit der Beruhigung der Lage wurde die Quote wieder dynamisch erhöht, um von steigenden Kursen zu profitieren.
Die Aktienquote hat sich über den gesamten Zeitraum zwischen 80 % und 100 % bewegt. Zudem setzte das Fondsmanagement auf einen vergleichsweise hohen Anteil von Aktien und Anleihen aus Schwellenländern. Beides trug maßgeblich zur guten Performance der Anlagestrategie bei.
Auf der Selektionsseite ist besonders die gute Performance der drei größten Einzelpositionen Allianz Dynamic Allocation Plus Equity (Portfolioanteil am 30.06. rund 18 %), Allianz Best Styles Global Equity SRI (17 %) und Allianz Emerging Markets Equity (fast 10 %) hervorzuheben. Im Rahmen der aktiven Portfoliosteuerung verkaufte das Management angesichts der Unsicherheiten im Nahen Osten einen Fonds für Frontier Markets. Zudem wurden im ersten Halbjahr auch Fonds auf kanadische und indische Aktien veräußert. Neu in das Portfolio aufgenommen wurden vier ETFs auf koreanische Aktien, globale Halbleiterunternehmen, Clean Energy und Robotics & Automation.
In Rohstoffe war Active Invest über einen ETC auf Gold und den Allianz Dynamic Commodities investiert. Das Exposure bewegte sich zwischen 5 und 7 %.
Anleihen: Besonderer Fokus auf Schwellenländer
Anleihefonds hatten am Ende des ersten Halbjahres einen Anteil von rund 17 % am Gesamtportfolio. Davon entfielen rund 10 %-Punkte auf Staats- und Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern. Der Rest verteilte sich auf hochverzinsliche Unternehmensanleihen aus Industrieländern sowie eine kleinere Position sogenannter Cat-Bonds.
Allvest Passive Invest – Starke Position in Schwellenländern zahlt sich aus
Auch der Allvest Passive Invest verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 mit einem Plusvon 14,1 % (nach Kosten) eine sehr erfreuliche Wertentwicklung. Diese war vor allem auf die Kombination einer durchgehend hohen Aktienquote von über 80 % und einer breit über Regionen und Sektoren diversifizierten Anlage in ETFs und Indexfonds zurückzuführen.
Aufgrund der unruhigen Kapitalmärkte lag die Volatilität der passiven Strategie mit 16,0 % (auf Jahresbasis) etwas höher als in der Vergangenheit, aber immer noch spürbar unter dem vergleichbaren Wert der meisten großen Aktienindizes. Das Fondsmanagement zeigt sich überzeugt, dass die konsequente Ausrichtung auf Diversifikation ein besonders attraktives Chance-Risiko-Verhältnis darstellt.
Portfolio stabil – Schwellenländer weiter attraktiv
Zwar änderten sich aufgrund unterschiedlicher Wertentwicklungen im Lauf der Zeit die Gewichte der einzelnen Positionen, diese Änderungen bewegten sich aber jederzeit innerhalb der strategisch akzeptierten Grenzen. Das Management von Allvest Passive Invest sah sich daher im Berichtszeitraum nicht veranlasst, Anpassungen am Portfolio vorzunehmen.
Größte Einzelposition im Portfolio war zum 30.06.2026 weiter ein ETF auf den S&P 500 (Anteil 32,4 %). Zudem setzte die strategische Positionierung weiterhin auf eine Übergewichtung von Aktien aus Schwellenländern und Japan. Mehr als ein Drittel des Portfolios der Anlagestrategie war in ETFs auf Aktien dieser Regionen investiert, die dank ihrer Halbleiterindustrie im besonderen Maße von dem Boom der künstlichen Intelligenz profitieren. und auf Schwellenländer. Der Anteil der Schwellenländer stieg aufgrund der starken Performance im Berichtszeitraum von 18 % auf 20 %. Ein Indexfonds auf japanische Standardaktien machte rund 14 % des Portfolios aus.
Auch bei Anleihen lag das besondere Augenmerk des Fondsmanagements auf den Schwellenländern. Anleihen machten am Ende des Halbjahres gut 13 % des Portfolios aus, wovon allein 9 %-Punkte auf Staats- und Unternehmensanleihen aus diesen Ländern entfielen. Das Fondsmanagement sieht in den Schwellenländern weiterhin attraktive Ertragspotenziale und einen wichtigen Beitrag zur Diversifikation von Allvest Passive Invest.
Sicherungsvermögen als renditestarker Sicherheitsbaustein
Allvest kombiniert die besonderen Renditechancen der gewählten Anlagestrategie mit einer Anlage in das Sicherungsvermögen der Allianz. Seit dem 22. Mai 2026 erhalten die Kundinnen und Kunden auf den Teil der Einzahlungen, die in das Sicherungsvermögen investiert werden, eine Gesamtverzinsung von 4,5 %. Damit erweist sich das Sicherungsvermögen als stabiler und renditestarker Sicherheitsbaustein, der zusätzlichen Raum für Investments in chancenreiche Fondsstrategien schafft.
Ausblick
Die großen Themen des Berichtszeitraums dürften im zweiten Halbjahr weiterhin maßgeblich für die Kapitalmarktentwicklung sein. Geopolitische Konflikte wie der Iran-Konflikt und die Auswirkungen auf die Energiepreise werden die Märkte weiterhin bewegen. Unverändert im Fokus bleibt auch das Thema Künstliche Intelligenz. Dabei dürfte die Frage nach der Finanzierbarkeit der hohen Investitionen in KI-Rechenzentren verstärkt Raum einnehmen. Von hoher Bedeutung für die Märkte wird der Ausgang der US-Wahlen für Senat und Repräsentantenhaus Anfang November sein.
Angesichts der weiterhin zu erwartenden Unsicherheiten an den Kapitalmärkten dürften es für Anleger auch in den kommenden Monaten von wesentlicher Bedeutung sein, besonderen Wert auf breit gestreute Portfolios und systematische Investmentprozesse zu legen.
Erläuterungen der beiden verantwortlichen Strategiemanager zum Halbjahresergebnis 2026 finden Sie hier:
Sebastian Lukas (Allianz Global Investors) für die aktive Anlagestrategie
Dr. Andreas Ott (Allianz Investment Management) für die passive Anlagestrategie
Weitergehende Informationen zu den Strategien und zu den verwendeten Anlageinstrumenten sowie zur laufenden Wertentwicklung finden sich auf der Allvest Website.
Allgemeine Hinweise
Investieren birgt Risiken. Der Wert einer Anlage und Erträge daraus können sinken oder steigen. Investoren erhalten den investierten Betrag gegebenenfalls nicht in voller Höhe zurück. Die dargestellten Einschätzungen und Meinungen sind die des Herausgebers und/oder verbundener Unternehmen zum Veröffentlichungszeitpunkt und können sich ändern, ohne dass wir darüber informieren. Die verwendeten Daten stammen aus verschiedenen Quellen und wurden zum Veröffentlichungszeitpunkt als korrekt und verlässlich bewertet. Bestehende oder zukünftige Angebots- oder Vertragsbedingungen genießen Vorrang. Dies ist eine Marketingmitteilung herausgegeben von Allvest GmbH, Königinstraße 28, München, Amtsgericht München, HRB 243249. Die Vervielfältigung, Veröffentlichung sowie die Weitergabe des Inhalts in jedweder Form ist nicht gestattet, es sei denn dies wurde durch Allvest GmbH explizit gestattet.